Kuba. Erster Teil

Kuba. Das Land der karibischen Strände, des Salsas, dem Cuba Libre und Mojito, das Land der Zigarren, der bunten Oldtimer und das Land der Architektur aus einer längst vergangenen Zeit. Der Mix aus südamerikanischem Flair verbunden mit dem strengen Ton des Kommunismus macht eine Reise dorthin unvergesslich!

Ende April, kurz vor der Regenzeit, begeben wir uns auf eine unbekannte Reise in ein Land, von dem wir vorher nicht viel wussten. Bewaffnet mit einem Lonely Planet und unserem Backpack steigen wir in den Flieger. Immerhin haben wir 10 Stunden Zeit uns einzulesen…

Angekommen am Flughafen in Varadero werden gründlichst unsere Papiere gecheckt. Vorzeigen müssen wir nicht nur unsere Pässe, sondern auch eine Touristenkarte und einer spanischen Bestätigung unserer Krankenversicherung. Dort muss Melanie sogar ihren Apfel bei der Gepäckkontrolle lassen – diese Früchte aus Europa dürfen nicht ins Land eingeführt werden – oder: Ein Angestellter der Zollkontrolle hatte Appetit auf ein Stück exotisches Obst 🙂

Nachdem wir die übersichtlichen Flughafenhallen verlassen haben, kommt uns eine tropische Wärme und strahlender Sonnenschein entgegen. Die Luft ist kaum feucht und deshalb gut zu ertragen. Draußen wartet Angel mit einem selbstgebastelten Schild „Anne & Melanie“ auf uns. Bei ihm und seiner Familie haben wir von Deutschland aus unsere ersten drei Übernachtungen reserviert. Bilder ihrer zuckersüßen Unterkunft und ein Foto ihrer Visitenkarte haben wir auf Tripadvisor.de gefunden und die beiden per Email kontaktiert. Die schnelle und einfache Antwort: „Alles klar ihr könnt gerne kommen, aber bitte sagt Bescheid falls ihr es euch anders überlegt.“ „Soll das jetzt unsere Buchungsbestätigung sein? Als ob das nicht voll in die Hose geht“, haben wir uns gedacht. Umso mehr freuen wir uns, als wir einem freundlichen Grinsen und einem „Holla Chickas!“ entgegenlaufen. Spätestens jetzt sind wir hellauf begeistert, dass wir nach der langen Reise und kaum Spanisch Kenntnissen, in einem wildfremden Land, ohne Reisevorbereitung, sofort auf eine herzliche Person treffen, die uns abholt. Klappt ja wiedermal wie am Schnürchen!

Ungern wechsle ich Geld vor der Reise in Deutschland. Die Wechselkurse sind oft zu schlecht. Deshalb zeigt uns Angel die sichere Wechselstube am Flughafen, wo wir unsere ersten 500€  in CUC umtauschen. Weil wir nicht wissen wo uns unsere Reise hinbringt, haben wir nur dieses Bargeld dabei. Mit der Kreditkarte kann man in den größeren Städten Geld am Automaten abheben (in ganz Kuba fast ausschließlich mit Visa Karte – Mastercard oder Maestro funktionieren nicht!) In Kuba gibt es zwei Währungen. Der kubanische Peso ist die Währung der Einheimischen und um einiges schwächer als der CUC (Kubanischer konvertibler Peso), der sich an den Wechselkurs des USD anpasst und das Zahlungsmittel der Touristen ist.

Zwei Deutsche Jungs die uns vorher schon hilfesuchend angeschaut haben nimmt Angel gleich noch in seinem Auto mit – wir vereinbaren, dass wir uns die Fahrt in die Stadt teilen. Auf geht es also ins unbekannte Abenteuer! Im bunten Oldtimer, kurbeln wir die Fenster runter, schauen auf das Türkis schimmernde Meer, welches immer wieder durch die trockenen Büche hervorblitzt und hören kubanisches Radio. Währenddessen telefoniert Angel mit einer Bekannten, die noch ein Doppelzimmer für die Jungs, nicht weit vom Strand, frei hat. Kostet 35 CUC und ist „veeerygood“! Wir kommen an zwei Polizeikontrollen vorbei. Die Uniformierten stehen im Schatten unter einem Baum und schauen kurz ins Auto – offenbar sieht man uns sofort an, dass wir Touristen sind. Angel winkt ihnen freundlich zu, sagt dann leise zu uns „Assholes“ und wir fünf lachen uns schlapp.

Etwas angespannt sind wir schon, als wir auf die Einfahrt unserer Unterkunft zufahren. Wir sitzen nicht im neusten Auto, manche Häuser sehen ziemlich heruntergekommen aus und die Straßen haben teilweise tiefe Schlaglöcher. Unser erster Eindruck macht uns etwas Angst, dass der Standard hier doch schlechter ist als wir es erwartet haben. Wir haben schließlich kein Luxus Hotel, sondern ein „Casa particular“, also eine private Unterkunft bei einer echten kubanischen Familie, gebucht.

Und dann ging alles ganz schnell und kam noch dazu ganz anders als erwartet: Wir waren tatsächlich im wirklichen Kuba angekommen! Angel’s Frau, Mary, wartete schon freudestrahlend auf uns und nahm uns erst einmal zur Begrüßung in die Arme. Das kleine Haus mit großer Terrasse machte einen wundervollen Eindruck. Die Böden waren künstlerisch mit bunten Fliesen versehen, die Terrasse bestückt mit Bänken und Schaukelstühlen, wurde liebevoll dekoriert. Im gebrochenen Englisch, unserem kaum vorhandenen Spanisch und viel Zeichensprache, unterhalten wir uns über alles Wissenswerte dieser Stadt und so bekommen wir viele nützliche Tipps von Mary. Unsere Ängstlichkeit schwindet von Frage zu Frage, die sie uns in einer Seelenruhe beantwortet. Nachdem wir unsere Backpacks in die Ecke unseres überaus sauberen Zimmers geworfen und unsere Wertsachen im Safe verstaut haben, hält uns unsere Neugierde kaum mehr zurück. Wir wollen DEN Traumstrand sehen. Auf unserem Fußweg dorthin, bestaunen wir die antiken Häuser, begegnen Fußballspielenden Kindern, und an jeder Straßenecke hören wir kubanische Musik. Am Parkplatz vor dem Strand parken amerikanische Oldtimer und wir kommen uns vor, als ob wir eine Zeitreise in die Vergangenheit gemacht haben.

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Wir betreten den Weg zum Strand und entdecken viele Familien im Schatten der Palmen, die uns neugierig anschauen. Und dann wird uns ein Panorama geboten, welches ich selbst in Asien, noch nie gesehen habe: Weißer Strand und Türkises Meer, soweit das Auge reicht. Das Wasser ist angenehm warm, der Wind lässt einige Windsurfer fliegen und die Sonne scheint heiß auf unsere helle Haut. Was ein Gefühl!

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Am Abend wandern wir durch die Straßen Varaderos. Mary hat uns bestätigt, dass es sicher ist, auch als Frau. Wir sollen nur unsere Taschen nach vorne tragen. Wir wollen zum Einkaufszentrum, um uns einen Internet Gutschein zu kaufen, um uns dann in einer bestimmten Straße „an der Tankstelle“ ins WLAN einzuloggen. Nachdem wir dreimal am „Centro Comercial“ vorbeigelaufen sind, weil wir es einfach nicht als Einkaufzentrum identifiziert haben, staunen wir nicht schlecht, als wir die Handvoll Geschäfte entdecken, an denen kaum Schilder und Dekoration hängen. Im Supermarkt gibt es zudem nicht viel Auswahl, eine volles Kühlregal mit ein- und dergleichen Sorte Milch, Joghurt, Kekse unbekannter Marken, kubanischer Rum und Coca Cola. Na dann ist der Urlaub ja gerettet!

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Zwei Stunden später, ohne die WLAN Straße gefunden zu haben, sitzen wir in einem Einzimmer-Restaurant mit zwei weiteren Touristen, zwei Kubanern die auf dem Roller unterwegs waren, dem Koch, der Küchenhilfe und der Kellnerin, und diskutieren angeregt über die Unterschiede Kubas zu Deutschland. Draußen ist ein unglaubliches Unwetter ausgebrochen. Der Strom funktioniert nicht mehr, die Palmen biegen sich gefährlich und die Blitze schlagen vor unseren Augen in die Straße ein. Zum Glück haben wir noch rechtzeitig ein mit Liebe zubereitetes Essen und einen himmlischen Cocktail serviert bekommen! Rico fragt uns, was wir arbeiten und was wir verdienen. Er ist studierter Ingenieur, arbeitet aber als Kellner, „weil man da einfach mehr verdient. Als Doktor verdient man nach seinem Studium 25 CUC im Monat, ein Kellner in einem privaten Restaurant zzgl. Trinkgeld  verdient 250 CUC“.  Das stände in keiner Relation, das System in dem sie leben ist „kaputt“. Mit einer etwas betrübten Stimmung aber einer Erfahrung reicher, gehen wir zurück zu unserer Unterkunft, wo Mary schon mit Taschenlampen auf uns wartet „Macht euch keine Sorgen, der Strom ist bis morgen früh wieder da“. Erschöpft vom Flug und den vielen ersten Eindrücken fallen wir in unsere gemütlichen Betten.

Es bleibt spannend! Ab morgen geht es weiter nach:

Cuba Map

 

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. thomas sagt:

    Ungern wechsle ich Geld vor der Reise in Deutschland.Die Wechselkurse sind oft zu schlecht.

    Nun ja, das stimmt! Insbesondere was exotische Länder angeht.
    Andere Leser, die Wechselkurse überprüfen möchten, können einmal hier nachsehen:
    http://money-changer.net/de

    Thomas

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