Eine magische Reise durch Marokko

Eine spontane Reise in ein kulturell weit entferntes Land, muss auf dem Atlas nicht immer weit weg sein. Auch mit wenig Zeit und Geld, kann man ein Abenteuer in eine unvergessliche Welt wagen. In keinem anderem Land dieser Welt spürt man den orientalischen Flair so sehr wie in Marokko– das Land der Wunderlampen, fliegenden Teppiche und buntem Mosaik.

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Angekommen im Altstadtviertel von Marrakesch am Djemaael-Fna, dem belebtesten Marktplatz auf dem ich jemals war, tauchen wir ein in das Land der Träume. Im Oktober, bei 25 Grad und strahlend blauem Himmel beobachten wir den Trubel mit einem frisch gepressten Orangensaft, den wir von einem der vielen Stände für ein paar Cents gekauft hatten. Sofort fühlen wir uns zurückgesetzt in das Reich der Berber, in der Esel mit Karren die Lebensmittel der Händler befördern, Schlangenbeschwörer ihre Kobras zum Tanzen bringen und die Luft nach frischer Pfefferminze riecht. Hier findet das Leben satt! Dieser blühende Souk auf dem traditionelle Textilien, Keramik und  Schmuck verkauft wird, mit seinen vielen bunten Farben, die fremden Gerüche und die lauten arabischen Stimmen erzeugen eine außergewöhnlich beeindruckende Atmosphäre.

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In den engen Labyrinth-ähnlichen Gassen, der von mittelalterlichen Mauern umgebenen Altstadt, suchen wir unsere Unterkunft. Wir haben ein Riad mitten in der Medina gebucht. Schilder lassen sich kaum finden, aber freundliche Straßenhändler schauen uns interessiert an und helfen uns den richten Weg zu finden. In einer Seitengasse klopfen wir an eine große Türe und eine hübsche Marokkanerin mit einem Baby auf dem Arm öffnet uns. Wie viele hier spricht sie fließend Französisch, aber auch etwas Englisch, und schenkt uns einen frischen Pfefferminztee mit viel Zucker, aus einer Silberkanne in bunt verzierte kleine Gläschen ein. Sie erzählt uns, dass wir am besten ohne Karte einfach losziehen und in den Gassen von Marrakesch „verloren“ gehen sollen. Auf jeden Fall sollen wir handeln! Der eigentliche Preis für einen Teppich, eine Lampe oder einer Kamel-Ledertasche liegt mindestens die Hälfte unter dem erstmals genannten Preis. An diesem Tag lassen wir uns nicht nur die Hände mit Henna bemalen, sondern haben eine menge Spaß beim scherzen mit den Händlern, die oft neugierig auf uns zukommen und wissen wollen wie wir ihr Land finden.

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Auf fast jedem Dach eines Riads gibt es eine Terrasse. Von hier haben wir einen Ausblick auf die gesamte Medina, in der Ferne kann man sogar das Atlas Gebirge sehen. In unserem Umkreis liegen fünf Moscheen, die mehrfach täglich mit Hilfe des Gesanges des Mohsins zum Gebet rufen.

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Die gesamte Stadt ist fußläufig zu erreichen. Auch außerhalb der charmanten Medina gibt es einiges zu sehen. Grüne Parks, Paläste, Riads und das Moderne Marrakesch. Shisha Bars, sowie Cafes und Restaurants sind an jeder Ecke anzutreffen. Allerdings: Alkohol und Clubs wie in Europa – Fehlanzeige.

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Abends verwandelt sich der Djemaael-Fna in eine Open-Air Bühne. Kleine Restaurants, an denen traditionelle Suppen, frisches Gemüse, Fisch, Fleisch und eine köstliche Tagine in einer offenen Küche zubereitet und serviert werden, reihen sich aneinander. Die Auswahl ist groß, die Qualität ist gut und die Preise sind unschlagbar. Nebenan sitzen Musiker im Kreis, spielen orientalische Musik, dazu tanzen Bauchtänzer. An einer anderen Stelle werden Soft Drink Flaschen geangelt, daneben Geschichten erzählt. Frauen und Männer verkaufen Gewürze, andere handgemachte Lichter. Es scheint uns, als ob der Djemmael-Fna niemals schläft.

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Essaouira

Nach zwei Tagen begeben wir uns auf eine Reise ans Meer. Mit dem Bus geht es in den Westen nach Essaouira, dem früheren Mogador. Mit seinen portugiesischen Stadtmauern, dem stetigen Wind und dem entspannten Flair, ist diese Stadt der perfekte Rückzugsort für (Wind-)Surfer. Dem Atlantischen Ozean sei Dank kommen hier regelmäßig hohe Wellen an. Dort stürzen wir uns natürlich sofort hinein, schlendern anschließend durch die nach Gewürzen duftenden Gassen und besichtigten viele Boutiquen und Galerien, in denen Handgemachtes angeboten wird.

Atlas Gebirge, die berühmte Hollywood Stadt „AitBenhaddou“ und die kleine Sahara Wüste

Früh morgens, bevor Marokko erwacht, machen wir uns auf den Weg Richtung Wüste. Mit dem Minibus fahren wir stundenlang quer durch das einzigartige Atlas Gebirge auf Serpentinen Richtung Ait Benhaddou. Dort erwartete uns ein spektakulärer Anblick, einer der schönsten und ältesten Berber Städte Marokkos. Umgeben von einem halb ausgetrockneten Flussbett und unzähligen Dattelpalmen, liegt auf einem Hügel die Stadt, die ich vorher nur aus Game of Thrones und Gladiator kannte. Wir erkunden die engen Gässchen und gehen den teilweise steilen Berg hinauf. Auf unserem Weg erhaschen wir immer wieder einen Blick in die kleinen Häuser, in denen Frauen Tücher nähen, Bilder auf Leinen malen oder Holzfiguren basten.

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Endlich angekommen in der kleinen Sahara steigen wir auf Kamele und machen uns auf den Weg zum Camp. Mehrere Beduinenzelte mit Öllampen stehen für unsere Nacht bereit. Dort bekochen uns die Berber mit traditioneller Suppe, Tagine und Pfefferminztee. Anschließend genießen wir das Lagerfeuer mit den Einheimischen, bei dem wir gemeinsam Geschichten erzählen, musizierten und tanzen. In dieser Nacht schlafen wir in absoluter Ruhe, mit unseren Füßen voller Sand, zugedeckt mit einer Kamelfelldecke unter einem atemberaubenden Sternenhimmel. Magisch!

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Meine Freundin Jana findet ihr übrigens bei: outdoorseite.de

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